- Date
- 01 August 2010
- Time
- 0:58
Ausländer lieben Moskau wegen seiner Märkte, der Musikraubkopien und der georgischen Küche
Code in das Blog
|
schließen
Ständige Adresse der InternetseiteCode zum Einfügen der Artikelüberschrift in das Blog Code zum Einfügen der Artikelankündigung in das Blog |
|
Ausländer, die in Moskau leben, handeln gern auf den Moskauer Märkten, halten jede U-Bahnstation für ein Museum und warten mit Ungeduld darauf, dass endlich der Sommer kommt
Wenn sie zum ersten Mal in die russische Hauptstadt kommen, sind sie begeistert vom Roten Platz, von der Christi-Erlöser-Kirche und anderen Sehenswürdigkeiten. Nachdem sie ein paar Jahre in Moskau gelebt haben, lernen Ausländer Raubkopien zu kaufen und "Angelegenheiten menschlich zu regeln".
Journalisten der Moscow Times haben eine Liste von 17 Dingen zusammengestellt, die ihre Landsleute vermissen, wenn sie wieder in die Heimat zurückkehren. Auf dieser Liste stehen die Moskauer Märkte, die Banja, Wodka, Privattaxis und die georgische Küche.
Übrigens sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Bevor sie dieses Rating vorstellen, weisen die Autoren darauf hin, dass die Liste der Dinge, die ihnen in Moskau nicht gefallen, ein ganzes Buch ergeben würde. Und gleichzeitig räumen sie ein, dass die russische Hauptstadt über einen besonderen, nur ihr eigenen Charme verfügt.
Ganz oben auf der Liste befindet sich "Sushi um fünf Uhr morgens". Ausländer sind ehrlich begeistert davon, dass man in dieser Stadt, die faktisch von Landmassen umgeben ist, rohen Fisch auftreiben kann, noch dazu in aller Frühe. Noch gerührter sind sie allerdings von den Lebensmittelmärkten. Dabei sind sie nicht nur von der Qualität der Waren gefesselt, die ihrer Meinung nach sehr viel besser ist als in den Supermärkten der Stadt, sondern auch von der Möglichkeit zu handeln, wenn der Preis zu hoch ist. Übrigens mögen Ausländer die georgische Küche, die in diesem Rating einen Ehrenplatz an zehnter Stelle einnimmt.
Was Getränke betrifft, wundern Ausländer sich sehr darüber, dass man in einem einzigen Bezirkt Moskaus bis zu 15 Sorten Wodka finden kann, dessen Preis 100 Rubel oder auch 10 Dollar betragen kann.
Ein eigener Punkt sind "Leute, die wissen, wie man Wodka trinkt". Aber vor allem verwundert die Größe von Bierflaschen. "Eine Fünfliterflasche "Baltika" ist nichts im Vergleich zum Schwergewichtschampion "Tolstjak" mit seinen speziellen Tragegriffen. Was für ein Land!" rufen die Autoren des Artikels aus.
Neben dem Essen interessiert Ausländer auch geistige Kost. Den zweiten Platz in diesem Rating nehmen CD- und DVD-Raubkopien ein. "Ein Film kommt gerade erst in Kino, da kann man die DVD schon für nur 100 Rubel in den Unterführungen der Stadt kaufen. Dasselbe gilt für das eben erst erschienene Album deines Lieblingssängers."
Eine noch größere kulturelle Begeisterung rufen die preiswerten Karten für die Oper und für Klassikkonzerte hervor. Ausländer stehen vor einem Rätsel, wie eine Karte für ein Boney-M-Konzert 5000 Rubel kosten kann, während ein Auftritt eines Klaviervirtuosen nur 50 kostet.
Während sie in Moskau leben, gewöhnen sich Ausländer daran, kleine Bestechungsgelder zu zahlen, was sie "Angelegenheiten menschlich regeln" nennen.
Auf der Liste der angenehmen Erinnerungen an Moskau stehen auch die Banja und die U-Bahn, die "ein Wunder der Geschwindigkeit und Pünktlichkeit in einem Land" genannt wird, "in dem nur wenige Dinge rechtzeitig geschehen".
Noch besser stehen ihrer Meinung nach die Dinge, was Taxis betrifft. Sogar um 3 Uhr früh ist es ein Leichtes, in Moskau ein Taxi zu nehmen. Und während man daheim drei Wochen mit erhobener Hand stehen kann, und kein Taxi erwischt, ist es in Moskau genug, sich an den Straßenrand zu stellen. Es vergeht keine Minute, bevor ein "Zhiguli" vor dir hält und der Fahrer die Tür aufmacht und fragt "Wohin soll es gehen?"
Ausländer können den russischen Winter nicht leiden – aus irgendeinem Grund sind sie der Meinung, er dauere sechs Monate und nicht drei.
Datum und Zeit:
29.09.2008Autor:
Ira Iosebashvili, Ezekiel Pfeifer and Stas ShectmanQuelle:
The Moscow Times
